Zum Inhalt springen

Zähneknirschen und Tinnitus: Wie der Kiefer Ohrgeräusche beeinflusst

13. Mai 2026 durch
Zähneknirschen und Tinnitus: Wie der Kiefer Ohrgeräusche beeinflusst
pansatori GmbH, Klaus Grübl

Zähneknirschen und Tinnitus: 
Wie der Kiefer Ohrgeräusche beeinflusst 

Bruxismus? Dieser Begriff ist nicht vielen sofort klar. Spricht man aber über "Zähneknirschen", erkennen sich viele wieder. Denn sogar bis zu 20 Prozent der Menschen kennen Zähneknirschen auch bei sich selbst. 

Was viele jedoch nicht wissen: Zähneknirschen kann auch Tinnitus auslösen oder verstärken.

Tatsächlich gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Kiefer, Nacken und Hörsystem – besonders beim sogenannten somatischen Tinnitus, unter dem rund 80% der Tinnitus-Betroffenen leiden.

  

Was ist Zähneknirschen (Bruxismus)?

Beim Bruxismus handelt es sich um ein parafunktionelles Pressen oder Knirschen zwischen oberer und unterer Zahnreihe. Das bedeutet, dass Menschen beim sogenannten Zähneknirschen meist unbewusst die Zähne unbewusst aufeinander pressen oder reiben. Dies geschieht häufig nachts, ist aber auch tagsüber möglich.

Typisch sind:

  • starkes Zusammenpressen der Zähne
  • hohe Krafteinwirkung (stärker als beim Kauen)
  • wiederholtes Auftreten über längere Zeit

Schätzungen zufolge sind bis zu 20 % der Menschen von Zähneknirschen betroffen.


Welche Folgen hat Zähneknirschen?

Die möglichen Folgen von Zähneknirschen sind vielfältig. Es kann zu:

  • Abnutzung der Zahnoberflächen
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
  • eingeschränkte Kieferbeweglichkeit
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)

Besonders wichtig: Der Zusammenhang zum Tinnitus wird oft übersehen.

 

Wie hängen Zähneknirschen und Tinnitus zusammen?

Rund 80 % der Betroffenen leiden an somatischem Tinnitus. Dabei liegen die Haupteinflussfaktoren im Nacken, dem Bewegungsapparat - und auch dem Kiefer.

Ein charakteristisches Merkmal des somatischen Tinnitus liegt dabei darin, dass sich die Lautstärke oder Tonhöhe durch Bewegungen beeinflussen lassen.

Auch Studien zeigen den Zusammenhang zwischen Tinnitus und Kiefer deutlich. Beispielsweise wurde dort gezeigt, dass:

  • Erwachsene mit einer Funktionsstörung des Kiefergelenks eine bis zu achtmal höhere Tinnitus Prävalenz haben als Erwachsene ohne Funktionsstörung 
  • Bei einseitigem Tinnitus und Kieferproblemen ist häufig dieselbe Seite betroffen 

Man sieht also, dass Tinnitus und Kiefer sehr wohl Einfluss aufeinander haben können.


 

Was hilft bei Zähneknirschen und Tinnitus?

1. Zahnschiene (Aufbissschiene)

Die Standardbehandlung beim Zahnarzt, die Zahnschiene, schützt die Zähne vor Abnutzung. Sie beseitigt jedoch oft nicht die Ursache von Tinnitus.

2. Physiotherapie und Übungen

Gezielte Übungen können helfen, Verspannungen zu lösen und die Kieferfunktion zu verbessern.

Übung 1 - kontrollierte Öffnung des Kiefers:

Dabei wird der Kopf leicht nach hinten geneigt, während eine Hand am Unterkiefer ansetzt und sanft am Kinn zieht. Dadurch soll eine Dehnung erzeugt werden. Die andere Hand stabilisiert die Stirn, um den Kopf nicht nach vorne zu ziehen.

Diese Position soll für etwa zwei Minuten gehalten werden.


Übung 2 - seitliche Dehnung des Kiefers: 

Hier wird der Unterkiefer aktiv zur Seite bewegt und vorsichtig mit der Hand weitergeführt, ohne dass sich der Kopf mit dreht. Die Ausrichtung kann über die Position der zweiten Hand kontrolliert werden. 

Auch hier soll die Dehnung für etwa zwei Minuten gehalten werden und anschließend auf der anderen Seite wiederholt werden.

Warum Übungen oft nicht ausreichen?

Übungen können Verspannungen reduzieren, Beschwerden lindern und eine Verschlechterung verhindern. Aber: chronischer Tinnitus entsteht im Gehirn und bleibt bestehen, selbst wenn die Ursache teilweise behandelt wird.


Moderne Therapie bei somatischem Tinnitus 

Ein neuer Ansatz ist ForgTin® – ein speziell entwickelter medizinischer Ohrbügel, der speziell bei somatischem Tinnitus eingesetzt wird und sowohl die Lautstärke des Tinnitus als auch Begleitsymptome wie Verspannungen im Kieferbereich deutlich verbessern kann.

Erfahre hier mehr über ForgTin® und seine Wirkweise.


Wann solltest du aktiv werden?

Du solltest deine Beschwerden abklären lassen, wenn:

  • du regelmäßig mit den Zähnen knirschst
  • du Kieferschmerzen oder Verspannungen hast
  • sich dein Tinnitus durch Bewegung verändert

Du bist mit deinen Beschwerden nicht allein. Gerade bei stärker ausgeprägtem Bruxismus sollte unbedingt eine Abklärung durch einen Spezialisten erfolgen, um langfristige Schäden zu vermeiden.


Selbsttest: Ist dein Tinnitus somatisch?

Finde heraus, ob dein Tinnitus mit dem Kiefer zusammenhängt:

Hier geht es zum Selbsttest


Unterstützung & Beratung

  • Kostenfreie telefonische Erstberatung → Termin buchen 
  • Weitere Übungen → ForgTin Pro App  

FAZIT:

Zähneknirschen und Tinnitus stehen häufiger in Zusammenhang, als viele denken.

Besonders beim somatischen Tinnitus spielt der Kiefer eine entscheidende Rolle. Des weiteren spielt Stress bei Zähneknirschen und bei Tinnitus eine große Rolle.

Eine erfolgreiche Behandlung kombiniert:

  • Ursachenanalyse
  • gezielte Übungen
  • moderne Therapieansätze 



Nächsten Beitrag lesen
Was löst einen Tinnitus aus?